Einheitskasse würde unser Gesundheitswesen zum Sanierungsfall machen

Die Initianten stellen unser Gesundheitswesen als Sanierungsfall dar und fordern einen radikalen Systemwechsel – in Tat und Wahrheit werden wir auf der ganzen Welt beneidet. Ein Blick ins Ausland zeigt: In Ländern mit staatlichen Einheitskassen und Gesundheitssystemen warten die Patienten deutlich länger auf ihre medizinische Behandlung. Wir haben also keinen Anlass, uns auf ein fahrlässiges Experiment Einheitskasse einzulassen, das keinen einzigen Vorteil bringt.

Die Initianten stellen unser Gesundheitswesen als Sanierungsfall dar und fordern einen radikalen Systemwechsel – in Tat und Wahrheit werden wir auf der ganzen Welt beneidet. Wir können heute auf eine qualitativ sehr gute medizinische Versorgung zählen, die von der Grundversicherung vergütet wird. Alter und Einkommen spielen dabei keine Rolle. Bei uns erhalten Patientinnen und Patienten am schnellsten einen Hausarzttermin, bekommen rasch eine Not- und Unfallbehandlung und können im Krankheitsfall innert kürzester Frist auf die notwendige medizinische Betreuung zählen.

EINHEITSKASSENSYSTEME SCHNEIDEN SCHLECHTER AB

Ein Blick ins Ausland zeigt: In Ländern mit staatlichen Einheitskassen und Gesundheitssystemen warten die Patienten deutlich länger auf ihre medizinische Behandlung. Wir haben also keinen Anlass, uns auf ein fahrlässiges Experiment Einheitskasse einzulassen, das keinen einzigen Vorteil bringt.

Die Einheitskasse bringt auch den Prämienzahlern keinen Vorteil. Von 100 Prämienfranken werden nur 5 Franken für Verwaltungskosten ausgegeben. Keine staatliche Sozialversicherung weist so tiefe Verwaltungskosten aus. Hier besteht folglich kein Sparpotenzial. Die Einheitskasse setzt also grundsätzlich am falschen Ort an, wenn Kosten gespart werden sollen. Dies, zumal die Verwaltungskosten steigen werden, weil sich die Einheitskasse ohne Konkurrenz nicht um Effizienz bemühen muss. Die übrigen 95 Franken werden für medizinische Leistungen ausgegeben. Wer sparen will, muss also hier ansetzen. Die Initianten wollen mit Zwangs-Managed-Care-Modellen jährlich 2 Mrd. Franken sparen. Das heisst Einschränkung der freien Arztwahl und eine staatliche Einmischung in das Arzt-Patienten-Verhältnis. Das Stimmvolk wird das nie und nimmer dulden.

EINHEITSKASSE NIMMT UNS DIE WAHLFREIHEIT

Ganz unmittelbar und direkt sind wir auch als Versicherte und Kunden der heutigen Krankenkassen betroffen. Wir werden einer Einheitskasse ohne Alternative ausgeliefert sein. Wenn wir mit dem Service nicht zufrieden sind oder uns schlecht behandelt fühlen, können wir die Krankenkasse nicht mehr wechseln. Auch die Vielfalt an Versicherungsmodellen wie Hausarztmodelle und Wahlfranchisen werden im System der Einheitskasse durch einen uniformen Einheitsbrei ersetzt. Individuelle Bedürfnisse werden keine Rolle mehr spielen.

Im System der Einheitskasse sind alle Verlierer. Lassen wir uns von den Initianten keinen Sand in die Augen streuen und stimmen wir Nein.

Wir wollen keine Staatsmedizin

«Die Initiative will einen Systemwechsel zur Staatsmedizin. Der Wechsel löst kein einziges Problem, bringt den Prämienzahlenden finanziell nichts, nimmt die Wahlfreiheit und gefährdet die Qualität des Schweizer Gesundheitssystems. Sagen wir deshalb ein drittes Mal klar Nein  zu einer Verstaatlichung des Gesundheitswesens.»

Urs Schwaller ist Freiburger Ständerat (CVP)

 

Patienten wollen keine Einschränkung

«Eine zentral geführte Einheitskrankenkasse widerspricht liberalem Denken, denn sie verunmöglicht Patientinnen und Patienten die Wahlfreiheit und liefert diese einem Monopolisten aus. Konkret können Versicherte weder ihre Krankenkasse selber auswählen noch Prämien mittels Wahlfranchisen oder Hausarztmodell individuell gestalten. Das Vorhaben Einheitskrankenkasse schränkt Patienten ein, nimmt ihnen Sparanreize, degradiert sie zu Antragstellern und bringt eine Verschlechterung der medizinischen Dienstleistungen mit sich.»

Felix Gutzwiller ist Zürcher Ständerat (FDP)

 

Konkurrenz belebt

«Konkurrenz belebt. Wir haben heute eine Wahlfreiheit: Wir können unsere Franchise wählen, wir können das Hausarztmodell wählen. Diese Wahlfreiheit möchte ich auch erhalten und das ist mit einer Monokrankenkasse nicht möglich.»

Verena Diener ist Zürcher Ständerätin (GLP)

 

Keine Scheinlösung

«Die BDP will echte Reformen und keine staatliche Scheinlösung, bei der man als Einheitspatient einer einzigen Kasse ausgeliefert ist.»

Lorenz Hess ist Berner Nationalrat (BDP)

 

Monster

«Diese Initiative löst das Kostenproblem auf gar keinen Fall. Eine Einheitskasse wäre ein unbewegliches ‹Monster› mit viel zu viel Macht.»

Daniel Stolz ist Basler Nationalrat (FDP)

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Autor

Thomas de Courten

Nationalrat, Baselland

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