JA zu einer ausgewogenen und zeitgemässen Fortpflanzungsmedizin

Die Schweiz hinkt in Sachen Fortpflanzungsmedizin dem restlichen Europa hinterher. In 27 von 28 EU-Staaten ist die Präimplantationsdiagnostik (PID) zugelassen, während sie hierzulande noch immer verboten ist. Am 14. Juni hat das Schweizer Stimmvolk nun die Gelegenheit, betroffenen Paaren mit Kinderwunsch eine Behandlung zugänglich zu machen, die dem modernen Stand der Medizin entspricht.

Weil die Schweiz eines der restriktivsten Fortpflanzungsmedizingesetze Europas kennt, sind Paare immer wieder gezwungen, sich für eine optimale Therapie im Ausland behandeln zu lassen. Die Abstimmung über die Fortpflanzungsmedizin vom 14. Juni soll nun die Basis für eine massvolle Weiterentwicklung der Fortpflanzungsmedizin legen. Die Vorlage berücksichtigt dabei die Bedürfnisse der betroffenen Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, die sich eine optimale Therapie wünschen. Gleichzeitig genügt sie auch einem hohen Anspruch an eine verantwortungsvolle und ethische Regulierung der Fortpflanzungsmedizin.

DIE VORLAGE REDUZIERT UNNÖTIGE MEDIZINISCHE RISIKEN FÜR MUTTER UND KIND

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch haben oftmals einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. Diesen Paaren wollen wir nicht zusätzlich Steine in den Weg legen, indem wir ihnen eine optimale Behandlung verwehren. Der Status quo birgt nämlich unnötige Risiken. Da wir wissen, dass statistisch gesehen 70 Prozent der eingepflanzten Embryonen absterben, werden heute oft zwei bis maximal drei befruchtete Eizellen eingepflanzt. Dies, um ausreichende Chancen auf eine Schwangerschaft zu erzielen und um die Frau nicht zu vielen physisch und psychisch anstrengenden Behandlungszyklen aussetzen zu müssen. Der Negativeffekt davon ist, dass so in 20 Prozent der Behandlungen Mehrlingsschwangerschaften entstehen, was wegen der damit verbundenen Komplikationen vermieden werden sollte. Gesundheitliche Risiken wie hoher Blutdruck, Präeklampsie, Plazentakomplikationen und Blutungen treten gerade bei Zwillings- oder Drillingsschwangerschaften vermehrt auf. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt vor der 32. Woche, die körperliche und geistige Behinderungen zur Folge haben kann. Genau
diese Risiken können mit der Präimplantationsdiagnostik stark verringert werden. Neu dürften zwölf anstatt nur drei befruchtete Eizellen entwickelt und am Tag fünf eingefroren werden. Diese zentrale Neuregelung ist die Voraussetzung für eine optimale Behandlung. Denn am Tag fünf ist medizinisch besser abschätzbar, welche der entwickelten Eizellen grosse Entwicklungschancen haben. So kann der Frau eine einzelne, lebensfähige Eizelle eingepflanzt werden, wodurch risikoreiche Mehrlingsschwangerschaften verringert werden können.

DESIGNERBABYS BLEIBEN VERBOTEN

Gegner der Vorlage sprechen davon, dass mit der Annahme des Verfassungsartikels Tür und Tor für Designerbabys und Leihmutterschaften geöffnet werden. Dies ist jedoch pure Angstmacherei und völlig an den Haaren herbeigezogen. Beispielsweise die Auswahl von Haarfarbe oder Augenfarbe ist und bleibt weiterhin verboten. Für die Präimplantationsdiagnostik an entwickelten Eizellen sind dieselben Regeln vorgesehen wie heute für die Pränataldiagnostik an Föten in der frühen Schwangerschaft. Konkret bedeutet dies, dass die entwickelte Eizelle vor der Übertragung ausschliesslich auf Eigenschaften untersucht werden darf, die die Gesundheit beeinträchtigen. Dazu gehören zum Beispiel schwere Erbkrankheiten oder Chromosomenfehler. Ein Blick ins übrige Europa, wo PID teilweise schon seit über 20 Jahren erlaubt ist, zeigt zudem, dass dieses Argument der Gegner absolut nicht belegbar und in keiner Weise so eingetreten ist.

DIE VORLAGE ERMÖGLICHT EINE OPTIMALE BEHANDLUNG DER BETROFFENEN PAARE

Die Schweiz braucht eine zeitgemässe Fortpflanzungsmedizin – zum Wohle all der Paare, die sich so sehr ein Kind wünschen und denen man heute helfen könnte. Es macht keinen Sinn, dass der Staat diesen Paaren die medizinische Behandlung verweigert, die sie benötigen. Sie sollen eigenverantwortlich über ihre Therapie entscheiden können. Am 14. Juni bietet sich die Gelegenheit, diesem Anliegen Rechnung zu tragen.

www.fortpflanzungsmedizin-ja.ch

Drei Gründe für ein JA zur Fortpflanzungsmedizin am 14. Juni

Optimale Therapie ermöglichen – Unnötige seelische und körperliche Belastungen für Betroffene vermeiden

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch haben oft einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. Es ist deshalb falsch, dass ihnen die heutige Regelung der Fortpflanzungsmedizin eine optimale Behandlung verwehrt. Mit dem Verfassungsartikel «Ja zur Fortpflanzungsmedizin» können wir dies ändern.

Bessere Chancen für eine Schwangerschaft bei einer Kinderwunschbehandlung.

Der Verfassungsartikel «für die Fortpflanzungsmedizin» erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung. Er erlaubt, zwölf anstatt nur drei Eizellen zu entwickeln und diese bis am Tag fünf einzufrieren. Diese Neuregelung ist zentral. Sie ist die Voraussetzung für eine optimale Behandlung: Der Frau kann eine einzige, geeignete und lebensfähige entwickelte Eizelle eingepflanzt werden. Die Wirksamkeit der Behandlung wird dadurch erhöht. Das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften wird gleichzeitig reduziert.

Unnötige gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind reduzieren

Die heutige Rechtslage provoziert unnötige gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind: Kinderwunschbehandlungen münden mit der aktuell gültigen Regelung überdurchschnittlich häufig in Mehrlingsschwangerschaften. Diese führen öfters zu Frühgeburten, und bei Frühgeburten sind das Risiko für eine Behinderung und auch das Sterberisiko deutlich erhöht. Diese Risiken können wir mit dem Verfassungsartikel «für die Fortpflanzungsmedizin» stark reduzieren.

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Autor

Michael Hohl

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