Nur eine vernetzte Schweiz kann erfolgreich sein

Dank ihrer robusten und kompetitiven Volkswirtschaft konnte es sich die Schweiz bisher leisten, als Land nach dem Motto Schillers zu leben: «Der Starke ist am mächtigsten allein.» Die Frage im heutigen Umfeld ist, wie lange die Schweiz noch eine ausreichend starke und selbstbestimmende Volkswirtschaft erhalten kann.

Unsere starke Volkswirtschaft ist Garant für eine erfolgreiche Schweiz: Sie sorgt für Wohlstand und Stabilität im Inland, für eine hohe Beschäftigung, einen hohen Bildungs- und Ausbildungsstandard und nicht zuletzt für das hohe internationale Ansehen und den Erfolg der Schweiz.

Die zweite notwendige Bedingung einer erfolgreichen Schweiz ist eine starke Aussenpolitik. Diese besteht aus einer konsequent auf die eigenen Interessen ausgerichteten Aussenwirtschaftspolitik – im Dialog, mit geschickten Verhandlungen und guten Verträgen haben sich unsere Unternehmen so stets optimal positioniert. Angesichts der fehlenden eigenen Rohstoffe war diese Strategie der flexiblen Verträge auch unabdingbar! Als Land mitten in der EU müssen wir unsere Interessen vehement vertreten und uns nicht alles gefallen lassen. Wir brauchen die EU, sie braucht aber auch uns – als Nettozahler.

Diese beiden Pfeiler des Schweizer Erfolgs bedingen sich gegenseitig. Die bisherigen politischen Erfolge konnte die Schweiz erzielen, weil sie nicht auf Rücksicht oder Hilfe anderer angewiesen war und weil sie politisch wie wirtschaftlich autonom war.

UNSERE WIRTSCHAFT BRAUCHT INTERNATIONALE ABSATZMÄRKTE

Die Schweizer Volkswirtschaft ist auf eine starke Aussenpolitik angewiesen: Sie braucht den Zugang zu ausländischen Märkten. Unsere Volkswirtschaft ist zu stark, zu gross und zu international, als dass sie in geografische Grenzen gezwungen werden kann: Die Schweiz hat zu wenig Arme für all die Uhren, welche sie Jahr für Jahr produziert. Sie hat nicht genügend Hochhäuser für all die Lifte, die bei uns hergestellt werden. Und sie hat nicht ausreichend Eigenbedarf für all die hochkomplexen Industriemaschinen und Medikamente, die bei uns angefertigt werden.

Deshalb ist die Schweiz vor allem dann am stärksten, wenn sie sich auf Basis einer starken Volkswirtschaft das internationale Umfeld zu Nutze macht – statt sich einzuigeln und nur den Binnenmarkt zu bedienen. Die eigenständige Schweiz von heute ist also nicht selbstverständlich, sie ist hart erarbeitet. Um sie zu erhalten, braucht es:

1. ZUGANG ZU DEN MÄRKTEN

Die Schweiz braucht ein tragfähiges Netz von Verträgen – Freihandelsabkommen, bilaterale Verträge – mit den wichtigsten Ländern unserer Exportmärkte. Das sind in absehbarer Zeit die Länder der EU und in Zukunft sicherlich auch die aufstrebenden grossen Länder Brasilien, Russland, Indien, China (BRIC) sowie Länder Afrikas.

2. EINE MÖGLICHST FREIE SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT

Basis für eine starke Volkswirtschaft ist die freie Marktwirtschaft. Sie muss mit sozialen Elementen ergänzt und verstärkt werden. Die Wirtschaftsordnung muss möglichst ohne marktverzerrende und einengende Regulierungen und Subventionen ausgestaltet sein. Verlieren wir unsere Standortvorteile, wird das Land unattraktiv und Unternehmen wandern ab.

3. EINEN LIBERALEN ARBEITSMARKT UND QUALIFIZIERTE ARBEITNEHMER

Der Schweizer Arbeitsmarkt braucht erfahrungsgemäss zusätzliche Fachkräfte. Offenheit für Forschung, Innovation und ein hoher Bildungsstandard garantieren die dafür nötigen Rekrutierungsbedingungen. Die zukünftige Schweizer Migrationspolitik muss diesem Umstand Rechnung tragen.

Schlagwörter

Schlagwörter: , ,

Beitrag teilen:

Autor

Helveticus

Kommentar